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Wie plane ich ein Shooting

Model, Lokation und Technik. Es kann einiges zusammen kommen wenn ihr ein Shooting plant.  Wenn dann noch an Verträge gedacht werden muss oder oder der beteiligte Personenkreis größer wird, muss an viel gedacht werden. Um Stress zu vermeiden auch wenn es um Geld geht versuche ich euch eine Checkliste an die Hand zu geben. 

Checkliste für die Shootingplanung

Die Lokation

Indoor oder Outdoor

Will ich Indoor oder Outdoor shooten? Das ist Frage aller Fragen und die erste Frage bei den Überlegungen. 

 

 

1. Indoor

Wetter unabhängig und oft kontrollierte Lichtbedingungen wissen viele Fotografen zu schätzen. 

1.1 eigenes Studio

Ist es mein eigenes Studio, muss ich es natürlich nicht buchen und mich auch nicht darum kümmern einen passenden Termin zu bekommen. In diesem Fall muss ich mich darum kümmern das die Technik funktioniert und das Studio vielleicht vorgeheizt ist.

 

1.2 Mietstudio

Will ich mich in ein Mietstudio einmieten dann muss ich mich nicht um die Technik oder die Räumlichkeiten kümmern, sondern nur um einen passenden Termin. Immerhin soll es ja am Tag des Shootings auch frei sein.

 

1.3 Andere Lokation

Will ich in einer anderen Lokation shooten kann es sehr einfach sein oder richtig Nerven kosten. Ich muss erst einmal natürlich die passende Lokation finden und dann mit dem Eigentümer klären ob er mir die Lokation zur Verfügung stellt und zu welchen Konditionen. Hier sollte man sich auch etwas schriftlich geben lassen um im Zweifel etwas in der Hand zu haben. Auch ein passender Termin muss geklärt sein, genauso wie die Übergabe des Schlüssels und der verfügbare Zeitrahmen.

 


2. Outdoor

Auch bei einem Outdoor Shooting ist einiges zu beachten, oft sogar noch mehr. Man muss sich zwar um keinen Schlüssel kümmern oder sich an eine abgesprochene Zeit oder Termin halten aber auch hier ist die Zeit wichtiger wie man vielleicht glaubt.

 

2.1 Location Suche

Doch als erstes muss man eine passende Lokation finden, dies ist oft schon mit sehr viel Arbeit verbunden. Das Internet, Google Maps oder Gespräche sind oft der erste Ansatzpunkt.

 

2.2 Der Zeitpunkt

Der Zeitpunkt ist dennoch oft nicht unwichtig den auch hier gibt es einiges was man beachten muss. Wie steht die Sonne? Wann gibt es welches Licht? Hier gibt es Apps die den Standpunkt der Sonne anzeigen aber oft ersetzen sie einen Besuch vor Ort nicht.

 

2.3 Zustand

Ist die Location noch in dem Zustand wie man sie zuletzt gesehen hat? Wurde sie vielleicht verändert oder verschmutzt? Existiert sie überhaupt noch?

 

2.4 Erreichbarkeit

Oft vergessen aber nicht unwichtig, ein Model ist vielleicht nicht unbedingt bereit 5km über einen Feldweg zu laufen oder durch den Wald zu wandern. Vielleicht sind sie auch nur eingeschränkt mobil, überlegt euch das wenn ihr ein bestimmtes Model gerne für ein Shooting buchen möchtet. Aber vor allem sprecht mit dem Model.

Das Model

3. Model

Die Suche nach dem Model kann eine Herausforderung sein, gerade Anfänger tun sich hier oft schwer, wenn sie ein Model auf TFP Basis finden wollen. Models auf Pay-Basis sind natürlich einfacher zu finden aber auch oft kostspielig. Zudem soll es ja nicht irgendein Model sein, sondern auch zum Thema passen und sich damit identifizieren können. Oft lohnt sich die Investition gerade für Anfänger. Ein professionelles Model kann euch entlasten und trägt mit den eigenen Erfahrungen zum Erfolg bei. So musst du dich nicht mehr voll auf die Modelführung konzentrieren sondern kannst dich um deine Technik und den Bildaufbau konzentrieren. 

 

3.1 Terminabsprache

Wichtig ist eine genaue Terminabsprache mit dem Model, es muss genau geklärt sein an welchem Tag und welcher Uhrzeit das Shooting stattfinden soll. Was ich empfehlen kann ist mit dem Model 2-3 Tage vorher und am Tag des Shootings unbedingt noch einmal zu kommunizieren um im Notfall noch eine Notlösung finden zu können.

 

3.2. Treffpunkt

Macht unbedingt einen Treffpunkt aus der Eindeutig ist. Im Zweifel schickt einen Ausschnitt von Google Maps mit.

 

3.3. Outfit

Wichtig ist das Outfit mit dem Model genau abzusprechen, was stellt ihr euch vor? Oft haben auch die Models sehr gute Ideen da sie ihren Kleiderschrank besser kennen. Zwingt das Model nicht in irgendein Outfit, es muss sich darin wohl fühlen, ansonsten wird es die Aufnahmen beeinflussen. Damit es zu keinen Missverständnissen kommt hat es sich auch bewährt sich Bilder der ausgewählten Outfits zeigen zu lassen oder dem Model Beispielbilder zu zeigen. 

 

3.4 An der Location

Es gibt ein paar Sachen die man an der Location dabei haben sollte um dem Model aushelfen zu können und die Stimmung gut zu halten. Getränke, ein kleiner Snack oder Süßkram sind immer gerne gesehen. Ich habe auch normal immer ein kleines „Notfallset Make-Up“ dabei falls etwas vergessen wird. Ein paar Sicherheitsnadeln, Pflaster und anderer Kleinkram schaden auch nicht. Hier kann sich jeder selber Gedanken machen. Gönnt dem Model auch mal eine Pause, es ist anstrengend zu posen.

Die Fotograf

4. Der Fotograf
Es gibt einiges zu tun, tut euch selber den Gefallen und schreibt euch auf an was ihr denken müsst und was es zu beachten gibt. So habt ihr für das nächste Shooting eine Orientierungshilfe. Ich schreibe auch nach dem Shooting noch immer ein Fazit in mein „schwarzes Buch“ so das ich immer nachlesen kann was passiert ist und vielleicht auch daraus lernen kann.

 

4.1. Vertrag

Achtet auf einen guten und fairen Vertrag den ihr dem Model vorlegen könnt. Es wirkt nicht nur professioneller, sondern bietet euch auch Sicherheit. Achtet bitte sehr darauf das er rechtlich gültig ist, hier gibt es gute Lektüre die ich wärmstens empfehle kann. Oft macht es auch Sinn den Vertrag vom Model vor dem Termin unterschreiben zu lassen. So können Unklarheiten noch besprochen und evtl. geändert werden. Wenn es eine Klausel gibt die besagt das entstandene Kosten von der Partei getragen werden müssen die einen Termin verschuldet absagt, könnt ihr euch auch hier absichern. 

 

 

4.2. Termin

Es ist nicht einfach, glaubt mir, alles unter einen Hut zu bekommen. Das Model (vielleicht sogar mehrere), die Location, eventuell eine Visagistin und ihr müsst an einem Tag Zeit haben. Dazu gibt es vielleicht noch äußerliche Einflüsse wie das Wetter oder eine höhere Besucherfrequenz der Lokation an Wochenenden.

 

4.3 Die Technik

Das ihr eure Technik dabei haben müsst ist selbstverständlich, volle Akkus für die Kamera, Akkus für die Blitze, immer eine Speicherkarte mehr wie man erwartet. Prüft alles was ihr braucht am Tag vorher auf Funktionalität und packt es ein. Wenn ihr vergesslich seid oder sehr gründlich seid macht euch eine Liste nach der ihr bei jedem Packen vorgehen könnt.

 

4.4 Wetter und Alternative

Überlegt euch frühzeitig eine Alternative falls das Wetter schlecht ist und das Shooting nicht wie geplant stattfinden kann.

 

4.5 Alternativen, Alternativen, Alternativen

Es ist allgemein nie schlecht Alternativen zu haben, rechnet mit dem was ihr nicht erwartet. Das Model sagt ab, die Location steht unerwartet nicht zur Verfügung oder es passiert etwas anderes unerwartetes. Dann ist ein Plan B Gold wert, vielleicht habt ihr eine gute Freundin oder ein Model mit dem ihr schon oft zusammengearbeitet habt und in einem solchen Fall anrufen könnt. Macht euch nicht verrückt aber überlegt was passieren könnte und was ihr dann tun könnt.

 

4.6 Kontaktdaten austauschen

Tauscht mit allen Beteiligten die Kontaktdaten aus um im Notfall telefonisch in Kontakt treten zu können.

 

4.7 Das Bild

Überlegt euch vorher was ihr erwartet und was ihr erreichen wollt. Habt ein Bild im Kopf das ihr erarbeiten wollt. Oft ist es hilfreich sich auch die eine oder andere Pose vorher zu überlegen oder ein Beispielbild zu haben das ihr dem Model auch zeigen könnt.

 

4.8 Verpflegung

Nehmt immer etwas zu trinken mit, auch etwas zu Essen kann bei längeren Shootings sinnvoll sein. So sichert ihr auch das die Moral und Konzentration immer voll aufgeladen sind.

 

4.9 Assistent

Sind die Fotos die ihr machen wollt auch wirklich alleine zu realisieren? Es geht dabei nicht unbedingt um euer Talent und Fachwissen, viel mehr geht es darum das es oft sehr nützlich ist noch jemanden dabei zu haben der vielleicht das Blitzstativ hält oder gar für die Aufnahmen zwingend notwendig ist. Bei mir war das zum Beispiel der Fall bei einem Shooting mit Farbpulver, das jemand werfen musste. Vielleicht habt ihr einen befreundeten Fotografen den ihr bitten könnt euch zur Hand zu gehen und vergesst nicht, eine Hand wäscht die andere.

Fazit

Gerade bei diesem Artikel bin ich gespannt welche Erfahrungen und Tipps hier auf Lager habt. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt ob es euch geholfen hat oder wie ihr vorgeht.  Nutzt einfach die Kommentarfunktion.

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